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Wissenschaftssprache digital

Die Zukunft von gestern, Essay [KUP]

Erschienen am 10.03.2014
Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783835390492
Sprache: Deutsch
Umfang: 176 S.
Format (T/L/B): 2 x 17.5 x 11.2 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

'Das Zauberwort ist kurz, und einfach auszusprechen: Ein guter wissenschaftlicher Text ist ein Filter. Weil alle Beteiligten nur wenig Zeit zum Lesen haben, setzen sich im Netz diejenigen Formate durch, die Übersicht verschaffen. Sie lassen das, worum es nicht geht, einfach weg. Sie reduzieren, in der Sprache der Ökonomen ausgedrückt, die Informationsge-winnungskosten ihrer Benutzer. Denn bezahlt wird - Sie erinnern sich - in Zeit.' Anbruch einer neuen Ära, Umbruch, Revolution: Die Expansion der digitalen Kanäle wird seit fast dreißig Jahren als radikaler Neuanfang beschrieben. Aber wieso tauchen in den Prophezeiungen über die Zukunft nach dem Siegeszug der vernetzten Computer so beharrlich Versatzstücke aus der Vergangenheit auf, die fünfzig, hundert Jahre oder noch älter sind? Voraussagen über die digitale Zukunft sind mit Geschichte kontaminiert. Geht ja nicht anders. Offenbar ist ihnen das aber peinlich. Deswegen reden sie so gerne davon, was durch 'das Netz' unwichtig werden wird. Versuchen wir es anders herum. Was ermöglichen einem die neuen Kanäle beim wissenschaftlichen Schreiben, und welches alte Zeug wird durch sie unverzichtbar?

Autorenportrait

Valentin Groebner, geboren 1962 in Wien, ist Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern.

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